Tuesday, 28 April 2009 19:40

Reise nach Mittelamerika 2009

     

Nach einer sehr langen Vorbereitungszeit und Planungsphase, war es am 21.03.2009 endlich soweit. Früh am morgen konnten wir – Daniela, Reto, Claudio und ich – endlich unseren Flieger Richtung Mexiko besteigen. Ein letzter Kaffee und ein gutes Gipfeli später sassen wir nun in einem Airbus von Iberia und die erste Ernüchterung machte sich breit – kaum Beinfreiheit, unfreundlicher Service, kein wirkliches Entertainmentsystem und 12 Stunden Flug vor uns. Nachdem wir aber auch das überstanden hatten, liessen wir uns zu unserem Hotel in der „Zona Rosa“ in MEXIKO CITY bringen, von wo aus wir am Abend uns auf die Suche nach etwas Essbaren und dem ersten Tequila machten. Und diese Suche hatte sich richtig gelohnt. Im nachhinein haben wir hier die besten Fajitas der ganzen Reise gegessen und auch gleich den Beweis angetreten, dass ein Tequila nach dem Essen nie zu verachten ist.

Für die nächsten beiden Tage stand dann die Erkundung von MEXIKO CITY selber auf dem Programm und wir starteten mit dem Centro Historico. Dabei wurden wir dort von einer Demonstration auf dem Platz vor dem Nationalpalast überrascht – aber alles lief hier friedlich ab. Während diese Demo lief, war für uns die Azteken im Templo Mayor und im zugehörigen Museum wichtiger. Im Anschluss daran – und nach einem Blick über MEXIKO CITY vom Torro Latinoamerica aus – war Entspannung auf einem Boot inkl. Bier in den Jardines Flotantes angesagt. Tags darauf war eigentlich wieder etwas Kultur angesagt, doch machte uns der Montag als Ruhetag einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Uns blieb daher nur ein Besuch des Absurditäten Kabinetts und eines Wachsfigurenmuseums übrig. Am Nachmittag fuhren wir dann schliesslich noch zur Basilica de Guadelupe.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann wieder auf den Weg zum Flughafen, um nach CANCUN zu fliegen. Hier sollten wir einen Tag später Martina und Gianfranco treffen und den Mietwagen in Empfang nehmen. Doch zuvor konnten wir am Abend noch einen ersten Eindruck von einem Haufen Amis am Spring Break bekommen. Bevor wir nun unsere beiden letzten Mitreisenden am Flughafen abholen sollten, machten wir vorher noch einen Ausflug auf die ISLA MUJERES und mit einem Club Car dort die Insel unsicher. Nach dem Pick-Up am Flughafen und der Fahrt zur Hotel, stand das Abendprogramm inkl. dem zweiten Teil  Spring Break an.

Der 26.03.2009 sollte damit unser erster Tag als 6er-Gruppe sein und so fuhren wir mit unserem Mietwagen auf nach COBÁ.  Grund unseres Besuches neben den ersten Mayaruinen überhaupt, war die Hauptattraktion überhaupt – die Nohuch Mul Pyramide mit ihren 42 Metern die zweithöchste Mayastruktur überhaupt. Ganz nach oben zu klettern haben aber nicht alle von uns geschafft, sondern nur zwei von uns – blöde Höhenangst. Und um sich auch noch ganz in Ferienstimmung zu bringen, wurden hier auch die ersten Sombreros gekauft.  Schliesslich begaben wir uns von hier aus zum nächsten Ziel unserer Mittelamerikareise – CHICHÉN ITZÁ.

Gleich bei unserer Ankunft am Abend haben wir in Erfahrung bringen können, dass am morgen um 8 Uhr die Touren beginnen und wir uns einen Führer krallen können. Um dieses Weltkulturerbe zu erkunden, sind wir dann auch auf diesen Vorschlag eingetreten – und haben es definitiv nicht bereut. Da es sich hier um die grösste archäologische Ausgrabungstätte auf der Yucatanhalbinsel in Mexiko handelt, rechneten wir mit einem Ansturm von anderen Touristen und weniger schönen Bildern. Doch der frühe Vogel fängt den Wurm und wir fast alleine auf dem Areal unterwegs. Erst gegen später am Vormittag – als wir unsere Tour schon fast beendeten hatten – kamen die ersten Reisebusse mit anderen Touris. Unserer Führer hatte echt was auf dem Kasten, denn er zweigte uns u.a., dass die Steine der Tempel sehr besonders waren und Klatschen vor einem Tempel zu interessanten Echos führte. Eine wirklich erstaunliche Akustik. Nach dieser Attraktion und dem Check-Out im Hotel, fuhren wir dann weiter nach MERIDA.

Insgesamt gesehen, war MERIDA nicht ganz das was wir uns erhofft hatten und beliessen es damit bei einer Stadtrundfahrt.

Am nächsten Tag auf dem Weg zu einem weiteren Ziel, machten wir einen Zwischenstopp in UXMAL. Auch hier waren wir eine weiteres Mal überraschender Weise fast alleine unterwegs, doch sollte uns das überhaupt nicht gross stören. So konnten wir auch dieses Weltkulturerbe in aller Ruhe besichtigen. Im Anschluss daran setzen wir unsere Fahrt fort und machten nur kurz in HOPELCHÉN eine kurze Mittagspause – das erste mal in einem kleinen Restaurant am Strassenrand. Diese sollte aber kein Fehler sein und sogar besser als das Essen am gleichen Abend sein, wie sich später herausstellen sollte (aber dazu nachher mehr).

Schliesslich kamen wir in CAMPECHE an und wälzten erstmal den Reiseführer genauer, um herauszufinden, was wir an diesem Abend noch alles so anstellen konnten. Schnell fanden wir ein Reiseführerhighlight und einen Insider Tipp für ein Restaurant. Bei dem vermeintlichen Highlight handelte es um die Licht-und-Tonspiele auf der Bastion von CAMPECHE Luc y Solido genannt. Doch selten haben wir eine so schlechte Darbietung genossen. Hiervon kann wirklich nur abgeraten werden. Viel besser erging es uns beim angeblichen Restaurant Insider Tipp aber auch nicht. Das Casa Vieja wurde als mexikanisch- / karibische Küche u.a. mit scharfen Fischgerichten angepriesen. Doch ausser sehr schlechtem Essen, welches sich bei fast allen von uns auch im Magen bemerkbar machte, gab es hier gar nichts. Auf jeden Fall ein Totalausfall! Geholfen hat uns auch wieder ein guter Tropfen Tequila im Hotelrestaurant. Danach war alles wieder bestens.

Tagsdarauf war ein Tag Erholung mit Strand angesagt. Doch sollte unsere Suche nach einem guten Strand nach einer Weile als erfolglos gescheitert sein. So suchten wir im Reiseführer eine weitere Mayastätte heraus und fuhren nach EDZNÁ. So war der Tag wenigstens einigermassen gerettet und wir hatten einen kleinen Vorgeschmack auf unsere Station erhalten.

Eine der längsten Strecken lag nun vor uns und so ging es recht früh auf die Reise nach PALENQUE. Diese Mayaanlage liegt mitten im Regenwald von Chiapas und zeigt eine ganz andere Art von Tempel auf, als dass, was wir vorher gesehen hatten. Doch an diesem Abend sah das Programm dann noch etwas Entspannung vor und so war eine Runde am Pool inkl. Poolvolleyball angesagt. Am letzten Märztag ging es dann früh morgens Richtung Archäologische Zone und auch hier hielten sich die restlichen Touristen anfangs in Grenzen. Und wiedereinmal kam es uns zu Gute, dass wir früh am morgen vor Ort waren, da die Temperaturen und auch die Luftfeuchtigkeit hier schnell und unerbittlich zunahm. Wer aber früh da ist, kann sich auch wieder früher dem Spass und dem kühlen Nass widmen. Und so fuhren wir am Nachmittag tiefer nach Chiapas hinein zu den Cascades de Agua Azul. Das Wasser stürzt hier in mehreren breiten Kaskaden über Kalksteinstufen und bildet dabei mehrere natürliche Bassins, in den es sich bei den heissen Temperaturen wunderbar erfrischen und baden lässt.

Der 1. April war der Tag, an dem es zu unserem Dschungelcamp ging. Wir hatten in der Nähe von CALAKMUL drei Hütten mitten in der Wildnis gemietet und waren sehr gespannt darauf, wie das wohl werden wird – mit dem ganzen Komfort, dem Getier und so weiter. Aber es war alles halb so wild und nach einer kurzen Nacht – um 6.30h ging es los mit der Fahrt zu den Ruinen – war ein kurzes Frühstück angesagt. Bei CALAKMUL handelt es sich sehr wahrscheinlich um die grösste und auch bedeutendste Mayastätte überhaupt und so waren auch die Entfernungen innerhalb der archäologischen Zone nicht unerheblich. Im Anschluss an eine erfrischende Dusche, schwangen wir uns wieder auf die Strasse zu unserer letzten Mexikostation (zumindest für 2/3 von uns).

Doch der Weg nach TULUM sollte nicht nur einer der längeren werden, sondern auch einer mit Hindernissen. Und damit sind nicht die zahlreichen Baustellen gemeint. Nein, denn nur knapp 30km vor unserem Ziel platzte bei ca. 140 km/h der rechte Hinterreifen und durch ein gekonntes Manöver von Claudio standen wir erstmal alle unverletzt und erleichtert am Strassenrand. Doch damit nicht genug: jetzt es ging es erstmal mit dem Reifenwechsel los und dieser stellte sich als nicht gerade einfach dar. Zudem hatten wir mit unseren Handys keinen Empfang und die Dämmerung stand kurz bevor. Doch gerade als wir dem unzureichenden Material (Spielzeugwagenheber, kaputtes Pannendreieck, unzureichendes Radkreuz, etc.) hantierten, kam uns ein sehr freundlicher Mexikaner mit dem richtigen Werkzeug und Know-How zur Hilfe und so konnten wir knapp 1 Stunde später unsere letzten Kilometer an diesem Tag fortsetzen. Nachdem wir eine Weile unser Hotel suchten, fanden wir auch dieses und konnten den Tag ausklingen lassen.

Die beiden nächsten Tage standen dann voll im Zeichen der Erholung, wobei der 03.04. sowieso für Martina ein besonderer war – den es war ihr Geburtstag. Und so war es richtig passend, dass an diesem Freitag in unserem Hotel eine Ibiza Party mit DJ Jon Rasta angesagt war. Diese konnte dann so richtig starten, nachdem als Dessert der organisierte Geburtstagskuchen zusammen mit einem Ständchen überreicht wurde. Hinzu kamen dann noch zwei Shows im Rahmen der Party und schliesslich liessen wir alles mit ein paar ruhigen Minuten auf der Terrasse vor dem Hotelzimmer oder am Strand ausklingen.

Der 05.04.2009 stand dann wieder im Zeichen der Trennung. Daniela, Reto, Claudio und ich liessen uns zum Busterminal bringen. Von hier aus ging unsere Reise nach Belize weiter. Martina und Gianfranco hingegen setzten die Strandferien noch ein paar Tage in Playa del Carmen fort, ehe es für beide zurück in die Schweiz ging. Unsere Fahrt mit dem Bus ging sehr schnell vorüber und auch der Grenzübertritt nach Belize stelle keine Probleme dar, sodass wir in aller Ruhe am Nachmittag in ORANGE WALK ankamen.

Nach dem Bezug unserer Hotelzimmer zogen wir los, um die Stadt etwas zu erkunden und dabei auch eine Beiz zu finden, in der es das erste Bier aus Belize gab. Zurück im Hotel erkundigten wir uns nach einem Restaurant und uns eines am Crocodile Walk empfohlen, zu welchem wir auch sehr bald aufbrachen. Auch wenn uns die Mücken dort bald aufrasen, bestellten wir schliesslich unser Essen und schützten uns auch gleich mit Litern von Insektenspray. Am nächsten morgen startete unsere Besichtigung von LAMANAI mit einer interessanten und langen Bootsfahrt zu den Tempeln auf dem New River. Im Anschluss an diese fast 2-stündige Fahrt war eine Führung zu 6 von über 600 Mayagebäuden angesagt. Nach der Rückkehr ins Hotel und einer erfrischenden Dusche, war abermals das Restaurant am Crocodile Walk angesagt – und diesmal gab es auch wirklich ein lebendes Krokodil, und zwar mitten auf den Tisch!

Der nächste Tag sollte durch die Tierwelt geprägt sein, denn nach einer Taxifahrt nach BELIZE CITY und einer Fahrt im „Chicken Bus“ stand der Belize Zoo auf der Tagesplanung. Von Pumas über Jaguare, Ameisenbären und Aras bis zu Toucans gibt es hier eine Menge zu sehen und ein Besuch ist lohnenswert.

Doch war BELIZE CITY nur eine kurze Zwischenstation für unsere Ueberfahrt nach CAYE CAULKER. Diese Insel ist ein Teil des weltweit zweitgrössten Korallenriffes und vermittelt einem das typische Karibikfeeling. Der Abend sollte dann noch ein ganz lustiger werden, da zum einen ein Bett auf der Suche nach dem Zimmerschlüssel zu Bruch ging und zum anderen während dem Essen Sprüche zu hören waren, wie „I don’t know but my ass is killing me“ und „I ilke the way you bring the beer“. Nach dem Essen war ein Besuch der „I and I Reggae Bar“ angesagt, die fast aus mehr Hintertüren als Sitzgelegenheiten bestand.  Am folgenden Tag war einmal mehr relaxen am Strand angesagt, sowie eine Erkundung der Insel mit einem Club Car. Und so ging auch diese Zeit rasend schnell vorbei und uns stand die nächste Busfahrt bevor.

Einen weiteren problemlosen Grenzübertritt später, bezogen wir unser Hotel in FLORES. Bei einer kurzen Stadtbesichtigung hatten wir dann die Gelegenheit noch ein paar der für Ostern typischen Blumenteppiche zu bewundern, die allerdings so schnell wieder verschwanden wie sie entstanden sind. Den Abend hielten wir relativ kurz, da um 5 Uhr am nächsten Tag uns der Bus zur Fahrt nach TIKAL abholen sollte. Mit der üblichen Verspätung traf dieser dann ein und nach einer einstündigen Fahrt, entschlossen wir uns spontan, die Mayaanlagen ohne Führer und lästige Gruppe selber zu erkundigen. Ein Gespräch eines anderen deutschsprachigen Führers aufschnappend begaben wir uns nach einem kurzen Stopp am Tempel I & II, sofort ans andere Ende der Anlage zu Tempel IV, um dort ohne weitere Touristen den Ausblick zu geniessen. Weitere Tempel sollten folgen und während wir uns gegen Mittag dem Ausgang näherten und der Hitze entflohen, kamen die Massen mit den Reisebussen erst an. Na dann viel Spass in der Hitze!  Am Nachmittag war dann entweder Relaxing oder Kanufahren auf dem See angesagt.

Der neue Tag sollte nicht ganz so starten, wie wir uns das alle vorgestellt hatten. Unsere Busfahrt über Guatemala City nach PANAJACHEL stand auf dem Programm und wie vorgeschlagen, trafen wir eine Stunde vor der Abfahrt am Busterminal ein. Doch war mussten wir erfahren: nur zwei der vier Plätze waren für uns reserviert! Eine halbe Stunde und einige energische spanische Diskussionen von Daniela später, sassen wir dann doch im Bus und hofften das alles gut kommt. Und es kam alles gut, sogar der Privatbus in Guatelama City für uns wartete noch, trotz einstündiger Verspätung. Erleichtert und spät am Abend trafen wir im Hotel in PANAJACHEL ein und hörten dort nun, dass Hotel sei überbucht. Aber, beide Zimmer wurden auf eine Master Suite upgegraded, was wir natürlich sehr gerne annahmen. Hier am Lago de Atitlan wollten wir eigentlich drei Vulkane im Sonnenauf- oder -untergang photographieren, doch sollte uns bei den drei möglichen Gelegenheiten das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen – es war schlichtweg zu diesig. Tagsdrauf liessen wir es uns bei einer Ortsbesichtigung und Shopping gut gehen und genossen den Tag.

Und schon waren die letzten beiden Ferientage angebrochen. Ein Taxi brachte uns zu unserer letzten Station – ANTIGUA GUATEMALA. Nachdem wir auf der Fahrt dorthin noch ein paar Eindrücke aus dem täglichen Leben Guatemalas sammeln konnten, war dann am Nachmittag ein Rundgang durch die Stadt angesagt. Und als hätten wir es nicht besser treffen können, fand am Abend auf dem Plaza Major ein Livekonzert mit Banda Vega statt. Ganz so toll war es aber leider nicht, so dass wir uns dann zum Essen und anschliessend in ein Pub zurückzogen. Abschliessend wollten wir dann noch eine Silberwerkstatt besichtigen, doch war diese schon seit 4 Jahren geschlossen (unsere Reiseführer aber erst 3 Jahre alt). Daraufhin besichtigten wir das Kaffeemuseum, in dessen Souvenirshop die letzten Einkäufe getätigt wurden. Auch unser Relaxziel an diesem Tag, ein paar heissen Quellen, liessen wir entfallen, nachdem uns ein Einheimischer mitteilte, dass dies definitiv zu gefährlich sei und uns davon abriet. So genossen wir dann schlussendlich den letzten Abend, bevor es am nächsten Morgen hiess, zusammenpacken und ab an den Flughafen.

Und damit landeten wir nach einem langen Rückflug über Panama City am 17.04.2009 wieder in Zürich. Zum Glück war es nicht ganz so kalt und der Temperaturschock hielt sich in Grenzen.

FAZIT: Belize wir kommen wieder :-D

Last Updated on Sunday, 07 April 2019 15:03