Thursday, 22 May 2008 19:48
Maori flag
NZ flag

 

Nach einem 22-stündigen Flug sind wir am 30.12.2005 endlich in AUCKLAND gelandet und konnten uns mit dem Taxi zu unserem Hotel (SkyCity) bringen lassen. Die nächsten drei Tage - einschliesslich Neujahr - verbrachten wir mit der Erkundung Aucklands - und das nicht wie die Meisten mit dem Bus, sondern den grössten Teil zu Fuss. Dabei stand neben einem Besuch des Maritime Museums und des Auckland Institute & Museums auch der Besuch Kelly Tarlton's Antartic Encounter & Underwater World, sowie der beiden Parks Auckland Domain und Albert Park auf dem Programm. Neujahr verbrachten wir in einem wunderbaren Irish Pub am Hafen, welches wir schon die Tage zuvor ausgekundschaftet hatten.
Eigentlich hatten wir unser Mietauto erst ab dem 03. Januar zur Verfügung, doch auf Nachfrage konnten wir es bereits einen Tag früher nutzen.

Dies war unser Glück, denn so konnten wir am 02. Januar unsere Tour ins NORTHLAND beginnen. Und diese sollte es in sich haben: Ueber 900 km legten wir an diesem Tag zurück und waren danach auch ganz schön am Ende, aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall.
Unser erster Abschnitt der Reise führte uns in den Waipoua Forest, wo die grössten und bekanntesten Kauris stehen. Der älteste von ihnen, "Tane Mahuta", ist rund 1200 Jahre alt und gilt als der grösste seiner Art in Neuseeland. Zudem besuchten wir die Four Sisters - vier Kauris, die eng beieinander ein beindruckendes Bild abgeben. Nach einer kurzen Stärkung brachen wir zu unserem nächsten Ziel auf - der berühmten 90 Mile Beach. Was uns dort erwartete, konnte niemand vorhersehen - es war ein "Drive-In Beach". Mit sage und schreibe 100 km/h ist es einem erlaubt, mit seinem eigenen Auto den Strand zu erkunden. Und das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen :-) Leider konnten wir uns nicht all zu lange dort aufhalten, denn es lag noch ein langer Weg vor uns und die Zeit war auch schon recht vorangeschritten. So machten wir uns auf zur Bay of Island und landeten in Paihia. Nach einer längeren Pause mit einer stärkenden Mahlzeit traten wir unsere Rückreise nach Auckland an, wo wir schliesslich spät in der Nacht eintrafen.

Am nächsten Tag machten wir uns auf, die einzige verbleibene Lord of the Rings-Locations (abgesehen von den Naturschauplätzen) in MATAMATA anzusehen - Hobbinton. Eine Besichtigung ist nur mittels einer gebuchten Führung möglich, da sich das Filmset auf Privatgrundstück befindet. Es lohnt sich aber allemal, die ca. 3 Stunden aufzuwenden. Im Anschluss daran machten wir uns direkt auf den Weg nach Waitomo Caves.

An diesen Ort hatten wir vorgesehen, die berühmten WAITOMO CAVES zu besichtigen. Dafür buchten wir schon am Vortag die Spellbound Tour, mit der wir zum einen die Glowworms, zum anderen die Aranui Höhle (Tropfsteinhöhle) genauer unter die Lupe nahmen. Doch bis unsere Tour beginnen sollte, liessen wir uns die Marokopa Falls und die Mangapohue Natural Bridge nicht entgehen. Nach diesem spannenden und faszinierenden Tag fuhren wir auch schon in Richtung Whanganui National Park und schlugen unsere Zelte in Ohakune auf.

Unser Ziel im WHANGANUI NATIONAL PARK war die "Bridge to Nowhere", eine Brücke, die aufgrund eines ehrgeizigen Siedlungsprojektes gebaut wurde und heute scheinbar ohne Endpunkte mitten im Urwald steht. Ausgangspunkt unserer Reise zu dieser Brücke war Pipiriki. Von dort aus ging es mit einem Jetboat 50 Minuten den Whanganui River flussaufwärts, ehe uns ein 40-minütiger Fussmarsch zur Brücke bevorstand. Dies war auf jeden Fall einer der besten Ausflüge der ganzen Reise, auch wenn das Wetter nicht 100% mitgespielt hat.

Am Tag darauf - dem 06. Januar - stand unsere Weiterreise nach Wellington auf dem Programm. Doch bevor wir von Ohakune direkt nach Süden fuhren, machten wir vorher noch einen Abstecher zum Mt. Ruapehu. In dieser Gegend wurde ein Teil der Szenen zu "Mordor" aus LOTR gedreht, u.a. an den Mangawhero Falls. Hier wurde die Szene mit Smeagol gedreht, als er versuchte, einen Fisch zu fangen. Leider konnten wir uns keinen Gesamtüberblick verschaffen, da wir schon während der Fahrt mit Schneeregen zu kämpfen hatten. Also machten wir uns nach Wellington auf. Unterwegs lagen noch die Raukawa Falls auf unserem Weg. So schön wie diese in den verschiedenen Reiseführern angepriesen werden sind diese leider nicht, und wir haben auf der ganzen Reise bei weitem schönere Wasserfälle sehen können. Kurz vor unserem Ziel gönnten wir uns noch ein kurzes Sonnenbad an der Waikanae Beach. Die Temperaturen waren in der Zwischenzeit wirklich auf sommerlichem Niveau angelangt.

Die folgenden beiden Tage waren mit Erkunden von WELLINGTON verplant. Am ersten der beiden Tage unternahmen wir wieder einmal eine Stadtbegehung. Dabei stand zuerst das TePapa Museum an. Hierbei handelt es sich um das Nationalmuseum Neuseelands, welches dem Besucher einen faszinierenden Ein- und Ueberblick über die Natur des Landes und die Kultur der Menschen vermittelt. Anschliessend liessen wir uns mit dem Cable Car die 120 Höhenmeter hinauf zur Kelburn Station fahren. Nach einem kurzen Besuch im Cable Car Museum durchstreiften wir den Botanischen Garten und gelangten schlussendlich in Lady Norwoods Rosengarten.
Für den nächsten Tag buchten wir noch eine Seal Coast Safari. Dabei legt man mit dem 4WD-Wagen eine teils waghalsige Strecke durch die Hügel vor Wellington und an der Seal Coast zurück, um schlussendlich den wilden neuseeländlischen Fur Seals sehr nahe zu sein. Bei Kaffee oder Tee und den - für solche gebuchten Ausflüge typischen Cookies - besteht die Möglichkeit, tolle Photos dieser Tiere zu schiessen.

Und schon war der 09. Januar angebrochen- unser fix gebuchter Tag für die Ueberfahrt mit der Interislander-Fähre auf die Südinsel. Also machten wir uns am morgen auf zum Hafen, gaben unseren Mietwagen ab (auf der Südinsel erhielten wir einen neuen) und schon ging die Reise weiter. Auf der Südinsel in Picton angelangt, fuhren wir sofort Richting FRANZ JOSEF weiter - unserer nächsten Station. Eigentlich erst unsere übernächste Station, aber wir lagen mal wieder sehr gut in der Zeit, fuhren direkt weiter und gewannen so einen Tag gegenüber unserer Planung. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Stop am Lake Mapourika. Nach einer Nacht in einer weniger guten Unterkunft (unser erstes und einziges mal in einer schäbigen Backpacker-Bleibe), stiegen wir am Morgen mit dem Heli zu unserem Rundflug über die drei berühmten Gletscher dieser Gegend auf - dem Franz Josef Gletscher, dem Fox Gletscher und dem Tasman Gletscher. Die beiden ersten sind einmalig in der Welt, da sie sich von fast 3000 m bis unter 250 m ü.N.N. direkt in den Urwald erstrecken. Der Franz Josef Gletscher hat dabei noch die Eigenart, sich 2-3 oder teilweise auch mehr Meter pro Tag talabwärts zu bewegen.

Direkt im Anschluss an unseren Heliflug ging unsere Reise Richtung Queenstown weiter. Doch rasten wir nicht einfach blindlings in die Action-Hochburg Neuseelands, sondern liessen uns unterwegs Zeit, um die ein oder andere Naturaufnahme zu schiessen. So lag zum Beispiel ganz in der Nähe von Franz Josef der Lake Matheson auf unserem Weg. Bei guten Wetter und wenig Wind besteht die Möglichkeit, ein Bild des Sees mit dem Spiegelbild des Mt. Cook darin zu machen. Leider war es an diesem Tag zu windig. Hinauf zum "Haastpass" lagen dann noch der Knights Point sowie die beiden Wasserfälle (von denen gibt es echt Unmengen in NZ) Thunder Creek Falls und Fantail Falls auf unserer Route, ehe wir vor Queenstown die beiden Seen Lake Wanaka und Lake Hawea bewundern durften.

In QUEENSTOWN angekommen, suchten wir erstmal eine Unterkunft. Der Weg führte uns ins St. Moritz Grand Hotel, und wenn der Preis hier auch etwas höher lag als alles andere was wir bis jetzt hatten, war uns das egal. Denn nach der Nacht im Backpacker waren wir der Meinung, dass jetzt Luxus angesagt war. Queenstown selber ist die Actionhochburg des Landes - doch das immer nur dann, wenn gutes Wetter vorherrscht. Und genau das sollte uns nicht vergönnt sein. Dennoch verbrachten wir den 11. und 12. Januar in Queenstown, obwohl der erste Tag völlig verregnet war und wir unsere gebuchten Aktivitäten (Shotover Jet und Sky Dive) umbuchen mussten. Tagsdarauf sah es schon wieder viel besser aus, wenn auch nicht optimal. Der Shotover Jet konnte nun aufgrund des höheren Wasserpegels nicht fahren, aber Face und Frede konnten am frühen Nachmittag den Sky Dive durchziehen. In der Zwischenzeit fuhr ich mit der Gondola über die Dächer von Queenstown und habe ein paar Panoramabilder der Stadt samt Umgebung gemacht. Nach sicherer Landung der Beiden anderen brachen wir schliesslich noch nach Te Anau auf.

Te Anau war unser Ausgangspunkt für einen Cruise im MILFORD SOUND. Der Milford Sound ist der Star unter den Fjorden Neuseelands und die 16 km bis zur Tasman Sea sind von steilen Felswänden mit unzähligen Wasserfällen umrahmt. Mit 200 Tagen Regen pro Jahr konnten wir uns glücklich schätzen, dass wir einen Tag ohne diesen Niederschalg erwischt hatten, auch wenn keine Sonne schien. Eindrucksvoll war die 2,5-stündige Bootsfahrt auf jeden Fall und darf bei keiner Neuseelanderkundung fehlen. Mit An- und Abfahrt nach Milford ist für diese Aktivität auf jeden Fall ein ganzer Tag einzurechnen.

Unsere nächste Autofahrt sollte uns eigentlich nach Dunedin verschlagen, doch entschieden wir uns entgegen unserer ursprünglichen Planung, STEWART ISLAND einzuschieben. Zeitlich konnten wir uns das inzwischen ohne Probleme erlauben, da wir zwei Tage Voprsprung gewonnen hatten. Und das war genau die Zeit, die wir für die kleine Insel einplanten. Also machten wir uns auf den Weg nach Bluff, von wo aus eine Katamaran-Fähre uns nach Stewart Island bringen sollte. Unterwegs lagen noch die Bluecliff Beach und die Gemstone Beach auf unserem Weg und Bluff selber hat eigentlich nur Stirling Point zu bieten - das Gegenstück zu Cape Reinga im Norden. Am nächsten Tag stand dann die Ueberfahrt an - und das bei 3 - 4 m hohen Wellen. Dementsprechend war die Crew hauptsächlich damit beschäftigt, Kotztüten zu verteilen (wir konnten alles bei uns behalten) und die meisten waren froh, als wir endlich das Ziel erreicht hatten. Wir schlossen an die Ueberfahrt einen Paterson Inlet Cruise an, um von der wunderschönen Natur der Insel, welche komplett Naturschutzgebiet ist, etwas mitzubekommen. Doch der Höhepunkt des Tages sollte noch folgen: Nachdem wir noch zu Fuss auf der Insel unterwegs waren, mussten wir mit Erstaunen feststellen, dass unsere Rückkehr nach Bluff gestrichen worden war !! Damit waren wir gezwungen, eine Nacht auf Stewart Island zu verbringen und erst am nächsten Morgen wieder zurückzufahren.

Diesmal ohne hohen Wellengang die Uerbfahrt gemeistert, machten wir uns auf den Weg nach Dunedin. Dazu fuhren wir die "Southern Scenic Route" ab, was uns an den Purakaunui Falls, dem Florance Hill Lookout, dem Nugget Point und der ein oder anderen Bucht vorbei führte. Schliesslich trafen wir in DUNEDIN ein und besuchten noch vor der Hotelsuche das Larnach Castle, das einzige Schloss in Neuseeland überhaupt. Die Stadt mit dem schottischen Ursprung hat aber neben dem Schloss noch das Rathaus, die St. Pauls Cathedral, die First Church und natürlich den Bahnhof im Stile der flämischen Renaissance. Hinzu kommt noch die steilste Strasse der Welt überhaupt, die Baldwin St. mit ca. 40% Steigung.

Nach der Besichtigung von Dunedin führte unsere Reise weiter nach CHRISTCHURCH. Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen Abstecher zu den Moeraki Boulders, riessigen Steinbällen am Strand, die von den Wellen des Pazifik umspült werden. Christchurch selber gilt als die englischste Stadt südlich der britischen Kanalküste und bietet einiges an Sehenswürdigkeiten. Doch unser erstes Interesse am nächsten Tag galt Akaroa, der einzigen Stadt mit französischen Einschlag. Wir hatten gehört, dass dort die besten "Fish and Chips" von ganz Neuseeland zu erhalten sind - und das liessen wir uns nicht zweimal sagen. Nach dieser Stärkung ging es schliesslich wieder zurück nach Christchurch, wo wir uns in der Stadt etwas umsahen und im Southern Encounter Aquarium & Kiwi House endlich lebende Kiwis zu Gesicht bekamen. Am nächsten Tag machten wir uns wieder nach Picton auf, um unsere Fähre am Abend nach Wellington zu erreichen.

Tagsdarauf stand das geologisch aktivste Gebiet Neuseelands auf unserem Reiseplan und so leitete uns dieser zuerst nach TAUPO. Das Besichtigungsprogramm führte uns erst zu den Aratiatia Rapids, trockgelegten Stromschnellen, die mehrmals am Tag mit dem Wasser des Stausees geflutet werden, anschliessend zu den Huka Falls und schliesslich zu den Craters of the Moon. Danach machten wir uns in der Nähe das Lake Taupo auf die Suche nach einer Bleibe für die Nacht.

Am nächsten Tag stand die zweite Etappe der Geotour auf dem Plan - ROTORUA. Eines lässt sich gleich von der Stadt sagen, das auf jeden Fall Eindruck hinterlässt: in der ganzen Stadt stinkt es nach Schwefel ohne Ende. Auf dem Weg dorthin besuchten wir das Hidden Valley - einen fantastischen Ort ohne viel Touris mit geologischen Phänomenen.
Nach einer Nacht in der Schwefelstadt trafen wir uns mit ein paar Kollegen von Face, die momentan auf einer Weltreise sind und besuchten alle zusammen Wai-O-Taupo, das Thermal Wonderland. Allerdings ist hier das Touristenaufkommen wesentlich höher und daher nicht alles so angenehm. Am Nachmittag unternahmen wir noch einen Abstecher in das Burried Viallage, einem Dorf mit dem Namen Te Wairoa, welches vor mehr als 100 Jahren durch den Ausbruch des Mt. Tarawera verschüttet wurde - das neuseeländische Pompeji.

Nach einer weiteren Nacht in der "Stinkstadt" brachen wir uns zu unserem letzten Ziel der Rundreise auf: COROMANDEL. Allerdings lagen noch zwei weitere Etappenziele auf dem Weg dorthin. Zum einen die Hot Water Beach, zum anderen die Cathedral Cove. Die Hot Water Beach ist ein kurzer Strandabschnitt am Pazifik, an welchem man durch Graben bei Ebbe an heisse Quellen herankommt und so den Strand geniessen kann. Unglücklicherweise waren wir zum falschen Zeitpunkt dort, um selber das Vergnügen zu haben. Die Cathedral Cove dagegen erreichten wir nach einem 30-minütigen Fussmarsch. Dabei handelt sich um zwei versteckte Strandabschnitte, welche durch eine Höhle miteinander verbunden sind.
Im Anschluss daran fuhren wir nach Coromandel Stadt auf, um am nächsten Tag den berühmten Coromandel Walkway zu bestreiten. Doch spielte uns das Wetter übel mit und in der Nacht fing es ohne Ende an zu regnen, so dass an eine Wanderung nicht zu denken war.

Also reisten wir einen Tag früher als geplant nach Auckland zurück, verbrachten dort nochmals eine Nacht im Sky City Hotel und fuhren am nächsten Morgen zum Flughafen. Nach einem 24-stündigen Flug mit kurzem Aufenthalt in Singapur landeten wir am 26. Januar in einem sehr kalten, winterlichen Zürich.

Last Updated on Sunday, 07 April 2019 15:03